„Wo ist der Vater des Babys?“
Lucías Gesichtsausdruck verhärtete sich augenblicklich.
„Er ist nicht hier.“
„Ich brauche seinen Namen.“
„Was spielt das für eine Rolle?“, fuhr sie ihn an, die Angst schlug in Wut um. „Sagen Sie mir, was mit meinem Baby nicht stimmt!“
Der Arzt blickte sie an – seine Augen waren voller Schwere… etwas Altem.
„Bitte“, sagte er leise. „Sagen Sie mir seinen Namen.“
Lucía zögerte.
Dann antwortete er:
„Adrián Vega.“
Es herrschte vollkommene Stille im Raum.
Der Arzt schloss die Augen.
Eine Träne rann ihm über die Wange.
„…Adrián Vega“, flüsterte er. „Ist mein Sohn.“
Niemand rührte sich.
Das leise Weinen des Babys hallte durch den Raum, als zwei völlig unterschiedliche Leben in einem einzigen Augenblick aufeinanderprallten.
Lucía fühlte sich, als ob ihr die Luft aus den Lungen gerissen worden wäre.
„Das ist nicht möglich…“, flüsterte sie.
Doch der Gesichtsausdruck des Arztes sprach eine andere Sprache.
Er setzte sich langsam hin, als könne sein Körper die Last dessen, was er soeben begriffen hatte, nicht mehr tragen.
Und dann…
Er erzählte ihr alles.
Adrián hatte seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Familie.
Sie hatten gestritten. Heftig.
Er ging und brach jeglichen Kontakt ab.