Lucía zwang sich zu einem kleinen, geübten Lächeln.
„Er wird bald hier sein.“
Es war eine Lüge, die sie so oft wiederholt hatte, dass sie fast schon wahr klang.
Die Wahrheit?
Adrián Vega hatte die Beziehung sieben Monate zuvor beendet – in derselben Nacht, in der sie ihm sagte, dass sie schwanger sei.
Kein Geschrei.
Keine Streitereien.
Kein dramatischer Abschied.
Er packte einfach seine Tasche, sagte, er brauche „Zeit zum Nachdenken“… und verschwand.
Lucía weinte wochenlang.
Doch dann hörte sie eines Tages damit auf.
Nicht etwa, weil der Schmerz aufgehört hätte – sondern weil der Schmerz nirgendwo mehr hin konnte.
Sie arbeitete Doppelschichten. Sparte jeden Cent. Sprach jeden Abend mit ihrem Baby, die Hand auf dem Bauch.
„Ich gehe nirgendwo hin“, flüsterte sie. „Versprochen.“