„Ich war ein Narr“, flüsterte ich.
Er drehte meinen Stuhl zu sich. „Nein“, sagte er bestimmt. „Sie waren großzügig zu Menschen, die Großzügigkeit als Selbstverständlichkeit betrachteten.“
In jener Nacht schlief ich nur bruchstückhaft. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich Lily im Regen. Ich hörte die Worte meiner Mutter, als würde sie mir ins Ohr geflüstert.
Am nächsten Morgen brachte ich Lily vor der Schule zu ihrem Lieblingsfrühstückslokal. Sie bestellte Schokoladenpfannkuchen und erzählte von ihren Freunden, als ob ihr kleiner Körper ihr versichern wollte, dass das Leben noch normal sein könnte.
Auf dem Parkplatz blickte sie zu mir auf.
„Sind Oma und Opa sauer auf uns?“, fragte sie.
Ich ging in die Hocke, sodass wir uns auf Augenhöhe begegneten. „Sie haben eine falsche Entscheidung getroffen“, sagte ich bedächtig. „Auch Erwachsene treffen manchmal falsche Entscheidungen, und das hat Konsequenzen. Aber du hast nichts falsch gemacht. Niemals.“
Sie blinzelte heftig. „Aber… sie haben mich verlassen.“
„Ich weiß“, sagte ich, und ich spürte, wie meine Stimme eisern wurde. „Und deshalb sorge ich dafür, dass es nie wieder passiert.“
Sie schlang die Arme um meinen Hals. „Ich hab dich lieb, Mama.“